Der Markt Ebensfeld feiert im Jahr 2026 die Verleihung der allgemeinen Marktrechte vor 600 Jahren. Ein Marktrecht war seinerzeit begehrt, spülte es doch Geld in die Kasse des Dorfes und versprach wirtschaftlichen Wohlstand. Mit der Verleihung der Urkunde im Jahre 1426 durch Fürstbischof Friedrich III von Aufseß durfte das „dorf Ebensuelt“ drei Mal im Jahr einen Markt abhalten. Im Laufe der Jahrhunderte brachten Pest, Seuchen und der Dreißigjährige Krieg das Marktgeschehen zum Erliegen. Im 18. Jahrhundert wollten die Ebensfelder ihr Marktrecht wieder beleben. Doch allen voran die Nachbarn in Staffelstein fürchteten die Rivalen und drängten das Bamberger Domkapitel, die Anträge der Ebensfelder abzulehnen. Und das mit Erfolg.
Schriftwechsel und persönliche Gespräche halfen lange nicht, bis endlich der Bischof, damals auch Reichsvizekanzler in Wien, 1729 drei Markttage genehmigte. Die Staffelsteiner gaben keine Ruhe, das Domkapitel verbot die Märkte erneut und die Ebensfelder hatten die Nase voll. Sie kümmerten sich nicht länger um das Verbot. Doch als am 12. März 1730 in Ebensfeld endlich wieder ein Markt stattfand, schickte die Bamberger Regierung 50 Bewaffnete und einige Hussaren, die anrückten und dem Treiben ein Ende setzten. Eine Ebensfelder Abordnung reiste nun nach Würzburg, um ihr Recht auf einen Markt durchzusetzen, gab es doch die Urkunden von 1426 und 1729. Nachdem sie auch hier wieder nur Ablehnung ernteten, verklagte die Gemeinde den Bischof vor dem Reichskammergericht. Erfolglos. Einen erneuten Versuch, einen Markt abzuhalten im Jahr 1733 vereitelte der Lichtenfelser Vogt mit 100 bewaffneten Bürgern, die die Marktstände abbauten und die Menschen vertrieben.
Alle Anträge, Bittschriften und Gespräche waren gescheitert. Das Marktrecht wurde den Ebensfeldern weiterhin verwehrt. Bis die Eisenbahn kam. Die Gemeinde Ebensfeld wandte sich an das Landgericht Lichtenfels und erklärte, dass der bisherige rege Verkehr auf der Straße zum Erliegen gekommen sei, da sich alles auf die Schiene verlagert habe.
Zum Ausgleich wolle man wenigstens wieder Märkte abhalten dürfen. Und 1848 endlich gab es die Erlaubnis, drei Mal im Jahr das Marktrecht auszuüben. 1868 erhöhten die Ebensfelder die Zahl auf fünf Markttage und kümmerten sich nicht mehr um fehlende Genehmigungen. Als die Regierung von Oberfranken dies 30 Jahre später bemerkte, drückte der Staat ein Auge zu und das Innenministerium genehmigte die fünf Märkte auch offiziell
Nach vielen Kämpfen und Streitigkeiten hatten die Ebensfelder im Jahr 1899 endlich (ihr) Recht wieder bekommen. Quelle: Informationen aus dem Beitrag von Günter Dippold „Der Kampf um das Marktrecht“, erschienen im Buch „1200 Jahre Ebensfeld“.
Dieses Jubiläum wird von einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Fiern Sie mit uns Ebensfelds Geschichte.